„Der Mensch muss Dirigent der KI-Systeme bleiben“

Diskussionsforum "Kolping & Wirtschaft" am 20. März 2025 in der KurOase im Kloster

„Der Mensch muss Dirigent der KI-Systeme bleiben“
Foto: Marcus Barnstorf
01.04.2025

Bei „Kolping & Wirtschaft“ am 20. März 2025 in der KurOase im Kloster drehte sich alles um das Thema Künstliche Intelligenz. Mit rund 130 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft war das beliebte Diskussionsforum der Kolping Akademie erneut ein voller Erfolg – und macht Mut, die digitale Transformation mitzumachen

„Künstliche Intelligenz verändert die Welt – doch welche Chancen und Möglichkeiten bieten die neuen Techniken und wie verändern sie die Arbeitswelt?“ Dieser Fragestellung widmete sich das Diskussionsforum der Kolping Akademie „Kolping & Wirtschaft“ am 20. März 2025 in der KurOase im Kloster – und stieß damit auf großes Interesse. So waren rund 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Einladung der Kolping Akademie nach Bad Wörishofen gefolgt und erlebten einen Abend voller mutmachender Erkenntnisse. Nach der Begrüßung durch Roland Kober, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Kolping Akademie Stiftung, eröffnete Yves Bellinghausen, Journalist und Host des KI-Podcasts Godcode, die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag. Unter dem Titel „Die große Ablösung – Was bleibt für uns, wenn die Computer denken?“ erläuterte er dem Publikum, inwieweit ChatGPT und Co. bereits jetzt die Arbeitswelt verändern. Seine zentrale These: Obwohl viele Jobs verschwinden und sich Tätigkeitsfelder verändern werden, bringt der Einsatz von KI-Systemen überwiegend positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt mit sich. Denn, so Bellinghausen: Mitarbeitende können immer mehr unangenehme Aufgaben an digitale Intelligenzen delegieren und dadurch ihre Produktivität steigern. Wichtig sei dabei, dass der Mensch Dirigent der KI-Systeme bleibe und nicht das Heft des Handelns abgebe oder das Gehirn auf Autopilot stelle. Um zukünftig gut mit KI zurechtzukommen, gab Yves Bellinghausen den anwesenden Gästen deshalb drei Kernkompetenzen mit auf den Weg, die sich jeder, der mit KI zu tun hat, aneignen sollte: Konzepte klar formulieren können, Ergebnisse kritisch beurteilen und ein gesundes Selbstvertrauen gegenüber der KI behalten.

Podiumsdiskussion: Wertvoller Input aus Wissenschaft und Praxis

Im Anschluss an den Impulsvortrag folgte eine Podiumsdiskussion, moderiert von Kolping Akademie-Geschäftsführer Björn Panne.  Zu den Teilnehmenden auf dem Podium zählten neben Yves Bellinghausen auch Dagmar Fritz-Kramer, CEO des ökologischen Holzbauunternehmens BAUFRITZ, sowie Prof. Dr. Markus Sause von der Universität Augsburg. Die Runde beleuchtete, wie Unternehmen KI-Systeme gewinnbringend einsetzen können und welche Chancen und Herausforderungen sich dadurch ergeben. Einhelliges Fazit: Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr Zukunftsmusik, sondern verändert bereits jetzt nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch unsere Gesellschaft und unser Miteinander. Entscheidend für einen erfolgreichen Umgang mit den neuen Technologien ist, dass der Mensch die Verantwortung behält. Denn wenn KI als Assistenzsystem fungiert, das Entscheidungen nicht ersetzt, sondern dem Menschen assistiert, gewinnt menschliche Arbeit durch die gesteigerte Effizienz sogar an Wert. 

Wertvollen Input aus der unternehmerischen Praxis steuerte auch Dagmar Fritz-Kramer bei. In ihrer Funktion als CEO des Holzhausherstellers BAUFRITZ setzt sie bereits jetzt auf das Tandem-Modell Mensch-Maschine und versucht, alte Arbeitsprozesse mit neuen Werkzeugen zu gestalten – etwa bei der Strategieentwicklung oder der Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Professor Dr. Markus Sause von der Universität Augsburg, der ein eigenes KI-Produktionsnetzwerk betreut, brachte wiederum wissenschaftliche Erkenntnisse in die Diskussionsrunde ein. Er sprach von „menschzentrierter Automation“ und skizzierte zukünftige Entwicklungen in der Industrie, am Beispiel der Fertigung. Seine Prognose: „Aktuell überwachen und kontrollieren noch Maschinen Menschen. Zukünftig werden Menschen Maschinen überwachen und kontrollieren.“ 

Nach der angeregten Debatte und dem Schlusswort von Kolping-Präses Wolfgang Kretschmer, der noch einmal darauf hinwies, bei allen rasanten technologischen Entwicklungen den Menschen nicht zu vergessen, hatten die Gäste schließlich noch Gelegenheit zum Netzwerken. Zudem wurde das 20-jährige Jubiläum der KurOase im Kloster gefeiert, das Kolping Augsburg vor 20 Jahren übernommen hat und seitdem als Original Kneipp-Hotel mit Schwerpunkt auf der Kneipp-Lehre betreibt. 

Pressestelle / Die Kolping Akademie